Sonntag, 1. März 2015

Berlin (Teil 1) - Flohmarkt Hopping

Zu unserem Berlin jenseits der üblichen Touristenpfade gehörten für Joëlle und mich in jedem Fall Flohmärkte. Leider hatten wir uns dafür die etwas falsche Jahreszeit ausgesucht - nicht jeder ist besonders scharf darauf bei Temperaturen um den Gefrierpunkt an der frischen Luft seine Waren anzubieten. Aber wir waren ja gut vorbereitet und hatten uns im Vorfeld ein paar Anlaufstellen rausgesucht.

Ich stöbere gerne in altem und skurilem und manchmal findet man dabei auch sein ganz persönliches Schätzchen. Ganz besonders schlägt mein Herz dabei für altes Küchenzubehör, Emailliertes aller Art und sonstige dekorative Dinge, denen man Zuhause nochmal neues Leben einhauchen könnte.


Unser  erster Anlaufpunkt war am Samstag der Treptower Hallentrödelmarkt. Wie das Wort "Halle" schon vermuten lässt, waren wir dort vor sämtlichen Wetterwiedrigkeiten verschont. Der Markt befindet sich in einer alten Fabrikhalle und ist jeden Samstag und Sonntag von 10-16 Uhr geöffnet.

Aufbau und Ausmaß der Halle haben uns schier die Sprache verschlagen.  Die Waren waren bunt gemischt vom antiken Küchenbuffet bis zum Fahrradschlauch. Es gab wahrscheinlich nichts, was man mit ausdauerndem Suchen nicht hätte finden können. Die Stände schienen uns zum Teil dauervermietet, so dass sich an vielen Stellen die Waren einfach nur noch in die Höhe türmten. Man hatte an gelegentlich bedenken, überhaupt etwas aus der Nähe zu betrachten, aus Angst, die mühevoll aufgetürmte Auslage umzuschmeißen!
Blick auf die Waren in der Flohmarkthalle.
Das ist nur ein Bruchteil von dem, was es zu sehen (und offenbar auch zu kaufen) gab...

Mittendrin saß eine alte Schaufensterpuppe auf einem Klavier.
Auch diese Dame konnte man hier finden...

Spielgelbild von Joëlle und mir zwischen alten Möbeln.
Wir beide fanden es sehr lustig!

Muss man auf jeden Fall mal gesehen haben! Vielleicht findet man ja genau hier das Teil, dem man schon seit Jahren hinterher gejagt ist. :-)

Der nächste Flohmarkt stand für Sonntag auf unserem Programm. Diesmal Outdoor. Der RAW-Flohmarkt in Berlin-Friedrichshain findet jeden Samstag (12-20 Uhr) und Sonntag (9-18 Uhr) auf einem alten Eisenbahngelände statt. 
Die Location fand ich herrlich urig! Viele alte Fabrikhallen, man konnte erkennen, dass dort im Sommer bestimmt einiges los ist. Überall sah man die Eingangsschilder zu kleinen Biergärten und Clubs und auch eine Kletterhalle und ein Indoorskatepark fanden sich dort. Besonders auffällig waren die vielen, in meinen Augen sehr gelungenen Graffitis. Alleine für das Entdecken und Betrachten hätte man dort sicherlich einige Zeit aufwenden können.

Wandfüllendes Grafiti mit laufendem Berliner Bär.
Nur eins von vielen :-) Berliner Bär auf der Flucht?



Wir haben uns an dem Morgen mit dem Frühstück etwas Zeit gelassen und waren entgegen aller guten Flohmarkt-Regeln erst gegen 11 Uhr auf dem Gelände. Dafür bot sich uns dann ein für Stöber-Willige trauriges Bild:

Ein großer, fast leerer Platz mit nur ein paar Ständen.
Das sollte alles gewesen sein? :-(



Nur ein paar wenige Stände, dafür aber doppelt so viele Imbissbuden... 
Wie sich etwas später herausstellte, waren die Berliner wohl auch etwas schwerer in die Gänge gekommen und viele Händler haben um diese Uhrzeit erst mit dem Aufbau begonnen. Darauf wollten wir dann nicht wartet, schließlich war es draußen zu kalt, um nur herum zu stehen. Schade eigentlich. Vielleicht ist hier im Sommer mehr los...

Plan B musste her, damit der Vormittag nicht vollkommen vertan war. Im Internet hatten wir noch vom Flohmarkt am Mauerpark gelesen. Auch dieser findet jeden Sonntag von 9-18 Uhr statt. Aus der ursprünglichen Planung ist er nur deshalb gefallen, weil es irgendwo den Hinweis gab, dass die Preise dort zum Teil sehr hoch sein sollen.
Aber wir hatten ja jetzt Zeit, also ab in die Bahn und los geht's.

Wir wurden sehr positiv überrascht! Der Markt befindet sich auf einem großen Freigelände im Mauerpark. Die Händler waren bunt gemischt. Trödel, Möbel, Kleidung, junge Designer und der ein oder andere "Selbermacher" waren vertreten. Für das leibliche Wohl war auch an allen Ecken und Enden gesorgt. Die vielen Gänge waren zwar zum Teil gut besucht, aber auf keinen Fall überfüllt. Und das Gerücht über die hohen Preise konnten wir wirklich nicht verstehen. Das kennen wir aus dem Kölner Raum wesentlich schlimmer. Wir waren an vielen Stellen eher traurig darüber, dass wir nicht mit einem kleinen Transporter, sondern mit der Bahn nach Berlin gekommen sind. So musste doch das ein oder andere tolle Fundstück da bleiben.
Am Ende mussten wir sogar den Besuch abbrechen, obwohl wir bei weitem noch nicht alle Stände gesehen hatten. Aber wir hatten ja auch noch ein bisschen was anderes vor. :-)
Der Markt ist in jedem Fall einen Besuch wert und daher gibt es von mir eine ganze klare Empfehlung!

DSC_0120
Wo ich das Bild so sehe... schon ganz schön voll, oder? ;-)


Soviel zum Thema "Flohmärkte" in Berlin. 
Als nächstes kommt hoffentlich mein Erfahrungsbericht zum Thema "Stoffe shoppen".

Viele Grüße und euch einen schönen Sonntag, 
eure Yvi


Kommentare:

  1. Interessant! Ich möchte auch gern mal im Frühling nach Berlin fahren zum Stoffe shoppen und Flohmarkt stöbern, deshalb merke ich mir schon mal deine Tipps und warte gespannt auf Teil 2 :-)

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    1. Dein Wunsch war mir Befehl, Teil 2 ist Online :) Viel Spaß damit :)

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